Rechtsanwaltsfachangestellte (*)

Rechtsanwaltsfachangestellte Rebecca

Rechtsanwaltsfachangestellte Rebecca ist das „Re“ der ReNoPat Berufe. Rechtsanwaltsfachangestellte werden von Rechtsanwälten ausgebildet. Sie sind die Fachangestellten in einer Rechtsanwaltskanzlei und kümmern sich um Fristen und Gebühren.

Warum hat sich Rebecca für den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten entschieden?

Wie viele Abiturienten hat auch Rebecca lange überlegt, ob sie wirklich studieren möchte. Durch einen Zufall hat sie eine Berufsausbildung gefunden, die inhaltlich anspruchsvoll und zugleich praxisnah ist. Rebecca hatte in ihrem Jahrgang den Abiball organisiert. Da dieser wichtige Tag im Leben ein Event werden sollte, wurde auch eine Event-Agentur beauftragt. Es wurden Verträge ausgehandelt und Versicherungen abgeschlossen. Um am Ende nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, hat sich Rebecca bei der Verbraucherzentrale informiert. Dabei hat sie erfahren, wie schnell es zu Rechtstreitigkeiten kommen kann und auf welche Klauseln im Vertag man achten muss. Rebecca hat gemerkt, wie wichtig es ihr persönlich ist, alles richtig zu machen, damit kein Schaden entsteht.

Rechtschreibung und Rechtssprache

Wenn du im Rechtsbereich arbeiten möchtest, solltest du nicht nur die deutsche Rechtschreibung beherrschen, sondern dich auch an die Sprache des Rechts gewöhnen.  Besonders nach heutigem Sprachempfinden ist die Rechtssprache eine kompliziert klingende Ausdrucksform, die durch weitschweifige Formulierungen und eine eigene juristische Terminologie auffällt. Spätestens, wenn du beim Kauf deines Handys tatsächlich einmal die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) liest, verstehst du was ich meine. Wer aber das „Juristendeutsch“ versteht, und es sogar in eine allgemeinverständliche Sprache übersetzen kann, ist klar im Vorteil. Rebecca wird seit ihrer Ausbildung gern von Freunden und Familie um Hilfe gebeten, wenn es darum geht, Inhalte zu verstehen oder passende Formulierungen zu finden. Vom Widerspruch nach einem Amtsbescheid, Ankündigung einer Mieterhöhung, einem Mahnbescheid, einer Reklamation nach Wareneinkauf sowie in Bezug auf einen Arbeitsvertrag, einer Flugverspätung oder dem blöden Auffahrunfall, spiegeln die Rechtsfälle alltägliche Situationen des Lebens.

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Fristen und Prioritäten

Für die Arbeit in einer Anwaltskanzlei bist du besonders geeignet, wenn du gewissenhaft, sorgfältig und pünktlich bist. Das mit der Pünktlichkeit hört sich zwar altmodisch an, steht aber bei einer guten Rechtsanwaltsfachangestellten sogar im Ausbildungszeugnis. Denn das wichtigste im Kanzleialltag ist die genaue Einhaltung der gesetzlich festgelegten Fristen. Eine Frist ist ein Zeitraum, innerhalb der ein Bürger oder dessen Anwalt sein Recht geltend machen kann, indem er zum Beispiel einen Widerspruch einlegt. Die Frist endet pünktlich um 24:00 Uhr. Ein Fristversäumnis kann Anwalt und Mandant teuer zu stehen kommen. Rebecca hat gelernt Prioritäten zu setzen. Was ist dringend? Was ich wichtig? Vielleicht hast du schon einmal was von der Postkorbübung gehört? Sie ist oft Bestandteil von Auswahltests für Azubis. Tatsächlich ist die Postbearbeitung in der Kanzlei eine sehr vertrauensvolle Aufgabe. Denn die Post enthält die Gerichtspost, amtliche Dokumente und vor allem die Fristen. Dabei ist es unerheblich, ob ein Brief zugestellt wird oder eine digitale Nachricht im Postfach eintrifft. Jeder Posteingang und Postausgang wird sorgfältig notiert.

Rechtsanwälte sind Freiberufler

Der unabhängige (freie) Anwalt vertritt die Interessen seines Mandanten. Mandanten können private Personen oder Unternehmen und Institutionen sein. Der anwaltliche Rechtsbeistand berät in allen Rechtsfragen – von privaten Streitigkeiten, öffentlichen Rechtsstreiten mit Behörden bis zu Strafsachen vertritt der Rechtsanwalt seinen Mandanten vor Gericht. Aktuell gibt es in Deutschland ca. 165.000 zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Die Mandanten haben also bei ihrer Suche nach einem Rechtsbeistand eine sehr große Auswahl. Im Gegensatz zu den Rechtsanwälten bei der Suche nach einer Rechtsanwaltsfachangestellten. Dabei ist die Rechtsanwaltsfachangestellte gerade im Prozessrecht unverzichtbar. Sie sorgt u.a. in den Verfahren dafür, dass alle Fristen und Gerichtstermine notiert und eingehalten werden. Der Fristenkalender ist das Herz ♥️ der Anwaltsorganisation.

Anwaltsgebühren und Gerichtskosten 

Wenn der Rechtsanwalt im Auftrag seines Mandanten tätig wird, verlangt er dafür eine Gebühr. Die Gebühr für alle anwaltlichen Tätigkeiten und Aufwendungen ist gesetzlich festgelegt. Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (RVG). Die Berechnung der Anwaltsgebühren und der Gerichtskosten hat Rebecca während ihrer Ausbildung gelernt. Wenn du Rechtsanwaltsfachangestellte werden möchtest, solltest du gut mit Zahlen umgehen können. Du musst kein Mathegenie sein, aber Zinsrechnung und Dreisatz beherrschen. Wenn dem Mandant anstatt 1000 €  versehentlich 10.000 € in Rechnung gestellt werden, dann sollte dir das zuvor auffallen.

Kanzleiorganisation und Zeitmanagement 

Damit du alle Aufgaben als Rechtsanwaltsfachangestellte immer pünktlich und sorgfältig erledigen kannst, brauchst du ein gutes Zeitmanagement und Organisationstalent. Wenn du gern Aufgaben in To-do-Listen abhakst und nach Vorgaben und Regeln arbeitest, dann wird dir die Zusammenarbeit im Kanzleiteam Spaß machen. Rechtsanwälte müssen in der Kanzleiorganisation festgelegten beruflichen Pflichten folgen, die dem Schutz der Mandaten dienen. Dazu zählt insbesondere die Verschwiegenheit. Dies gilt natürlich auch für die Mitarbeiter. Besonders die Kommunikation mit Mandanten, Gerichten und Ämtern folgt besonderen Regeln. Heutzutage nutzt man dafür Kanzleisoftware, die von den Adressen über die Buchhaltung bis zur Zwangsvollstreckung den kompletten Kanzleialltag organisiert und auch die Gerichtspost digital erfasst. Du lernst in der Ausbildung viel über allgemeines Büromanagement so wie in der Ausbildung Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement. In einigen Wirtschaftskanzleien wird auch die kaufmännische Berufsausbildung im Büromanagement angeboten. 

Rechtsanwaltsfachangestellte Rebecca
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(*) Leider gibt es nicht nur viel zu wenig Rechtsanwaltsfachangestellte, sondern vor allem kaum junge Männer, die sich für eine Ausbildung in einer Rechtsanwaltskanzlei entscheiden. Auch in der Vergangenheit wurde der Beruf fast ausschließlich von Frauen ausgeübt, weshalb sich im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung „Die ReFa“ durchgesetzt hat. Ich habe die weibliche Form für meine Texte übernommen, damit es sich leichter liest. Aber ich wäre sehr froh, wenn es zukünftig mehr männliche ReFa´s gäbe. Gemischte Teams sind einfach entspannter. 🙂