ReNoPat Ausbildung

ReNoPat Ausbildung

ReNoPat Ausbildung? Nie gehört? ReNoPat ist eine Abkürzung. Sie bezeichnet vier einzelne Berufe, für die eine gemeinsame Ausbildungsverordnung gilt. Die ReNoPat Ausbildung ist eine duale Ausbildung im Bereich der Freien Berufe.

ReNoPatAusbV

Warum vier Berufe? Neben der Rechtsanwaltsfachangestellten, der Notarfachangestellten und der Patentanwaltsfachangestellten gibt es als vierten Ausbildungsberuf die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die ReNo steht im alltäglichen Sprachgebrauch oft stellvertretend für alle Fachangestellten in Kanzleien und Notariaten. Leider wird die Berufsbezeichnung ReNoPat kaum verwendet, wahrscheinlich weil sie weder selbsterklärend noch wohlklingend ist. Aber die Berufsbezeichnung ist in der Ausbildungsverordnung ReNoPatAusbV verbindlich festgeschrieben.

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Staatlich anerkannte Ausbildungsberufe

Ausbildungsverordnungen regeln Inhalte und Ablauf der Berufsausbildung in Deutschland und werden vom Bundesinstitut für Berufsbildung also dem BIBB für alle staatlich anerkannten Ausbildungsberufe erlassen. Die aktuell gültige Fassung der Verordnung wird jeweils im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das sieht dann teilweise leider so verwirrend aus wie oben auf dem Foto. Die gültige Ausbildungsverordnung für die ReNoPat Berufe ist von 2014 und heißt abgekürzt ReNoPatAusbV. Warum ihr die ReNoPatAusbV kennen solltet? Sie enthält u.a. den Rahmenlehrplan. Wer also wissen will, was man in den einzelnen Ausbildungsberufen in der Berufsschule während der drei Ausbildungsjahre lernt, der kann vorab schon einmal in den Rahmenlehrplan schauen.

Rahmenlehrplan für die Ausbildung in der Berufsschule

Der Rahmenlehrplan wird von der Kultusministerkonferenz der Länder festgelegt und ist Teil der Ausbildungsverordnung. Der Rahmenlehrplan regelt den theoretischen Teil der dualen Berufsausbildung und legt fest, welche Inhalte in der Berufsschule vermittelt werden und wie viele Stunden in den einzelnen Lernfeldern zu absolvieren sind. Der Rahmenplan heißt Rahmenplan, weil er eben nur den Rahmen vorgibt. In den einzelnen Bundesländern gibt es durchaus Unterschiede in den Lernfeldern. Aber das an dieser Stelle zu beschreiben, würde jetzt den Rahmen sprengen. Dazu lest ihr im Azubi-Blog mehr unter der Kategorie: Berufsausbildung.

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Betrieblicher Ausbildungsrahmenplan für die praktische Ausbildung

Der betriebliche Ausbildungsrahmenplan ist die Grundlage für die praktische Ausbildung in eurem Ausbildungsbetrieb. Er legt die sachliche und zeitliche Gliederung innerhalb der betrieblichen Ausbildung fest und ist Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages, den du als Azubi mit deinem Ausbildungsbetrieb abschließt. Die Bezeichnung Ausbildungsbetrieb steht hier stellvertretend für alle Ausbilder, also auch für Kanzleien und Notariate. Der betriebliche Ausbildungsplan wird dann bei der zuständigen Kammer eingereicht, damit die Ausbildung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden kann.

Vier Ausbildungsberufe - drei Kammern

Und nun sind wir wieder bei der Ausbildung der ReNoPat Berufe. Für Rebecca, ist sie Rechtsanwaltskammer zuständig, für Nora die Notarkammer und für Patrick die Patentanwaltskammer. Die ReNo wird ebenfalls bei der Kammer der Rechtsanwälte angemeldet. Die Kammern gibt es auf Bundesebene und auf Länderebene. Zuständig ist immer die Kammer, in denen euer Ausbilder gemeldet ist. Das regelt das Berufsrecht für Kammerberufe.

Kammerberufe - Freie Berufe

Es klingt paradox, dass ausgerechnet Kammerberufe, für die besonders strenge standes- und berufsrechtliche Zugangsregelungen gelten, als freie Berufe bezeichnet werden. Aber so ist das in der juristischen Berufswelt, es ist alles gesetzlich geregelt, sogar die freie Berufsausübung. Warum euch das als Azubi interessieren sollte? Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte sind freie Berufe und sie dürfen aufgrund ihres Berufstandes ausbilden. Also gehören auch die ReNoPat-Berufe zu den freien Berufen. Und das ist interessant, weil? Zum Beispiel weil die Ausbildungsvergütung frei verhandelbar ist. Die Kammern geben bestenfalls Empfehlungen über Einhaltung der Mindestgrenzen. Es gibt bei den freien Berufen also weder Gewerkschaft noch Tarifvertrag. Die freien Berufe unterliegen der Selbstverwaltung. Das heißt für euch als Azubis, dass ihr euch schon bei der Verhandlung der Ausbildungsvergütung um euch selbst kümmern solltet. Aber das kann man ja auch positiv sehen, denn der Bedarf an Auszubildenden in den ReNoPat Berufen ist sehr groß.

Freisprechung nach der Kammerprüfung

Die Kammern sind also für eure Ausbildung zuständig und dort legt ihr auch die Kammerprüfung ab. Neben dem Abschlusszeugnis der Berufsschule und dem Ausbildungszeugnis des Ausbildungsbetriebes erhaltet ihr am Ende eurer Berufsausbildung das Zeugnis der zuständigen Kammer. Damit werden ihr freigesprochen. Das klingt jetzt als hättet ihr drei Jahre „abgesessen“, aber das will ich ja nicht hoffen. Die Kammerprüfungen sind nämlich nicht einfach. Aber mit dem Freispruch stehen euch alle Türen offen und dann geht es in die Welt der juristischen Berufe.

P.S. Wenn du denkst, dass das hier nicht nur sehr rechtslastig, sondern auch ganz schön textlastig klingt, dann ist das schon der erste wichtige Hinweis auf dieses Berufsfeld. Der juristische Bereich begründet sich auf Gesetzestexte, beschäftigt sich also mit sehr viel Text. Alle vier ReNoPat Berufe haben demzufolge auch sehr viel mit Schreiben und Lesen zu tun und auch mit Rechtschreibung. 🙂